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Alles wirkliche Leben ist Begegnung

                                                                                                       (Martin Buber)

(Diesen Titel haben wir dem Rheinmeetings 6-8. März 2020 entliehen, auf das wir an dieser Stelle gerne hinweisen)

... die Begegnung mit zwei Zeugen der Vergangenheit,
die wieder Bedeutsamkeit für die Gegenwart gewinnen:

        Verschoben auf ???

Franz Jägerstätter & Jeanne d´Arc
   

Einführung

Zwei Zeugen, die Ihrer Sendung treu blieben, durchaus durch persönlichen Zweifel hindurch. Jeanne d´Arc widerrief ihr Zurückweichen gegenüber der englischen Inquisition. Franz Jägerstätter fand im Gefängnis den Mut, als er vom Lebenszeugnis von Pater Rheinisch gehört hatte. Beide nahmen den Tod in Kauf und wurden darum zu Vorbildern für das heutige Leben. Jägerstätter gewinnt an Bedeutung angesichts rechtslastiger und falsch verstandenen nationalistischer Tendenzen. Jeanne d´Arc als die Frau in der Kirche, die damals selbst gegenüber kirchlichen Hierarchien ihren Glauben bewahrte.

Orgelkino 27.März 2020 um 20:00 Uhr in der Stadtkirche Bruchsal

Person Hubert Keßler


Diplomtheologe Hubert Keßler / Vorsitzender Kulturinitiative e.V.

Lehrer am Gymnasium JKG

Einleitung folgt

Übernommen von Critic.de

Die Macht der Großaufnahme. Carl Theodor Dreyer dreht keinen Historienfilm über Jeanne d’Arc.

Robert Bresson war nicht damit einverstanden, wie Carl Theodor Dreyer die Gerichtsverhandlung der Jeanne d’Arc in Szene setzte. Als „groteske Buffonerien“ bezeichnete er die Entscheidung seines älteren Kollegen, den Prozess vor allem über die Gesichter der Darsteller zu erzählen. Bresson selbst drehte über drei Jahrzehnte später mit Der Prozeß der Jeanne d’Arc (Procès de Jeanne d’Arc, 1962) seine eigene, ebenfalls auf den Originalprotokollen der Gerichtsverhandlung basierende Verfilmung. Seine Bearbeitung könnte zu der von Dreyer kaum unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite Laiendarsteller, halbnahe Einstellungen und eine nüchterne Kritik am Rechtsapparat, auf der anderen Individuen, hohe Schauspielkunst und eine verzerrte Wahrnehmung.

Dreyer verdichtet in Die Passion der Jungfrau von Orléans (La passion de Jeanne d'Arc, 1928) die dreiwöchige Gerichtsverhandlung zu einem Tag. Die Geschichte ist Geschichte. Jeanne d’Arc, heute nur noch von der rechten Front National gefeierte Nationalheldin, kämpfte Anfang des 15. Jahrhunderts gegen die Engländer und wurde von diesen schließlich verhaftet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Als die Gerichtsverhandlung beginnt, ist ihr Urteil eigentlich schon gefällt. Sie muss nur noch ihre Überzeugung kundtun, von Gott gesandt zu sein, schon kann man sie der Ketzerei überführen.

In Dreyers Stummfilm sitzt Jeanne (Maria Falconetti) inmitten von Kirchenoberhäuptern, Soldaten und einigen wenigen, die mit ihr sympathisieren – beispielsweise Theater-Berserker Antonin Artaud als Jean Massieu. Wie Dreyer seine Heldin dem Spott der englischen Soldaten ausliefert oder eine abstrahierte Dornenkrone als Requisit einsetzt, zieht er deutliche Parallelen zum Martyrium von Jesus. Wie dieser muss auch Jeanne das Paradox überwinden, gleichzeitig Heilige und Mensch zu sein....weiterlesen unter Filmkritik von Michael Kienzl

 

Impuls Pfarrer Dr. Benedikt Ritzler, Bruchsal

 

 

Organist Patrick Wippel, Ubstadt

 

Ein Verborgenes Leben

Franz Jägerstätter

Franz Jägerstätter

Film im Rahmen der Gedenkveranstaltung der 75 jährigen Zerstörung Bruchsals

...von Terrence Malick - Start: in Bruchsal nach den Fasnachtsferien

Ein Kriegsfilm, der die Zerrissenheit Franz Jägerstätters zwischen seinem Gewissen und der Masse, zwischen der Ächtung in seinem Dorf und seinem Glauben zeigt.

„Das Wohl der Welt ist zum Teil abhängig von ahistorischen Taten…von Menschen, die verborgene Leben lebten und in unbekannten Gräbern liegen.“ T. Mallick

Schulveranstaltungen sind möglich. Termine noch offen.

Inhalt aus Critic.de

Auch in seinem Film über Franz Jägerstätter sucht Terrence Malick nach Spuren des Unendlichen. Ein verborgenes Leben zeichnet den Akt des Widerstands als mühsame Umformung des eigenen Wesens.

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Zwei Intensitäten treffen am Anfang von Terrence Malicks Ein verborgenes Leben (A Hidden Life) aufeinander und in diesem Zusammenprall entfaltet sich der ganze moralische Raum, in dem sich der Film bewegt. Ein gemessener, vorsichtig tastender Choral trifft auf Bilder aus Riefenstahls Triumph des Willens – Bilder, die nicht als bloße Ikonen des Grauens in Erscheinung treten, sondern die in ihrer Fremdheit vor allem einen besonderen Rhythmus markieren: den Rhythmus einer endlos vorwärtsdrängenden, ungehemmten Gewalt.

Ein verborgenes Leben konfrontiert in dieser Anfangsszene schlichtweg das Heilige mit dem Zerstörerischen – eine religiöse Emphase, die aber, wie stets bei Malick, eine unbedingt weltliche Grundierung hat. Denn „heilig“ bezieht sich hier auf nichts anderes als auf das Bewusstsein, dass sich gewisse Dinge jedem menschlichen Zugriff entziehen – dass man über die Welt und vor allem über andere Menschen nicht einfach grenzenlos verfügen darf. Vom ersten Moment an ist der Nationalsozialismus somit unmittelbar erfahrbar als die systematische Zurückweisung jeder Ehrfurcht vor dem Fremden, dem Anderen.

Moral als mühsame Arbeit

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Die reale Geschichte des Bauern Franz Jägerstätter (August Diehl), der nach seiner Einberufung im Jahr 1943 den Kriegsdienst in der Wehrmacht aus religiösen Gründen verweigerte und deshalb wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet wurde, inszeniert Malick somit nicht eigentlich als Geschichte eines moralischen Konflikts. Denn die Abgründigkeit des Nationalsozialismus ist hier so direkt und umfassend lesbar, dass jede Ausflucht, jede Rechtfertigung, jedes Flüchten in ein Einerseits-Andererseits von vornherein unmöglich scheint. Was geboten ist, das ist nicht nur den moralisch Feinfühligen, sondern ausnahmslos allen klar. Die einzige Frage, die sich stellt, ist die, ob man diesem Gebot gemäß handelt, oder ob man sich bewusst selbst verleugnet. Jägerstätter, das macht Ein verborgenes Leben schnell deutlich, ist zu so einer Selbstverleugnung weder fähig noch willens.

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Bei aller Emotionalität hat Ein verborgenes Leben somit vor allem in seinem ersten Teil etwas äußerst Strenges: Jägerstätters Kriegsdienstverweigerung scheint von Anfang an unausweichlich und dennoch beharrt der Film darauf, alle Stationen abzuschreiten, die zu dieser Entscheidung führen: Jägerstätters erste Konfrontation mit den Kriegsschrecken in Form von Wochenschau-Bildern, die vorsichtige Regung des Widerstands, wenn er ein „Heil Hitler!“ mit einem „Pfui Hitler!“ quittiert, oder die langen Gespräche mit seiner Frau Fani (Valerie Pachner), in der sie gemeinsam verschiedene Möglichkeiten erwägen, seine Einberufung zu umgehen.

Diese Abfolge von Ereignissen hat nicht den Zweck, Jägerstätters Entscheidung nachvollziehbar zu machen – die moralische Notwendigkeit ist so eindeutig, dass sie jede zusätzliche psychologische Motivation redundant macht. In ihr soll vielmehr der Widerstand als eine systematische Umformung des eigenen Wesens erfahrbar werden. Das moralisch Richtige zu tun ist in Ein verborgenes Leben mehr als eine einzelne Handlung, es ist eine mühsame Arbeit und erfordert eine beträchtliche Dauer. ........

Liebe als gemeinsamer Widerstand  Weiterlesen unter

Person Franz Jägerstätter


Franz Jägerstätter

Martyrer aufgrund der Verweigerung des Eides auf Hitler

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