Begegnung mit Tobias Haberl - Unter Heiden - Rückblick und Video
Von Hubert Keßler
Unter Heiden
Tobias Haberl traf am 24.4 auf Kulturinitiative e.V., Kulturforum Romano Guardini und Bildungswerk Edith Stein in Bruchsal.
Anbei veröffentlichen wir einen Ausschnitt des Videos von diesem Abend, an dem etwa 120 Personen vor Ort waren und noch einmal 40 online.
Sein Essay öffnete einen spannenden Blick auf Kirche und Zeitgeschehen und er bekam hunderte von Zuschriften. Daraus wurde das Buch: „Unter Heiden. Warum ich trotzdem Christ bleibe“.
Haberl, der als Journalist beim durchaus links angehauchten SZ Magazin arbeitet und praktizierender Katholik ist, beschreibt darin, wie es ihm ergeht: Als jüngerer Mensch fühlt man sich
häufig wie ein „Eisberg auf schrumpfender Scholle“, zugleich ist sein Buch ein besonderes Glaubenszeugnis mit einer brauchbaren Zeitdiagnose. Mit einer grandiosen Fähigkeit sprach er in Bruchsal über seine Erfahrung als Gläubiger, ohne jegliches Geschmäckle, Traditionalist oder Moralist zu sein.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Kulturinitiative e.V., Kulturforum Romano Guardini und der Pfarrei Edith Stein Bruchsal.
Einige der gestellten vielen Fragen
Sie haben den Titel „Unter Heiden“ ja auch deshalb gewählt, weil Sie sich im Umgang mit ihren Kollegen und Bekannten oft so fühlen: Wie „Unter Heiden“.
Hat sich die Beziehung zu den Kollegen geändert?
Hubert Keßler und Pfarrer Dr. B. Ritzler moderierten den Abend.
In Frankreich gibt es einen Neuaufbruch, viele Taufen, auch jüngere Menschen: Auch Bischof Varden aus Norwegen spricht davon, dass die Säkularisation teilweise vorbei ist und Menschen mit existentiellen, spirituellen Fragen kommen.
Frage: Ist Ihnen in den vielen Begegnungen und Reisen durchs Land inzwischen Ähnliches aufgefallen?
Voller Saal
Sie schildern Situationen, wie z.B. im Rathausaal in Münster das Kreuz abgehängt wurde / oder wie Kardinäle auf dem Tempelberg das Kreuz verstecken…
Oder: Gerade haben wir es erlebt, dass Frankfurt groß den Ramadan begrüßte, aber vom gleichzeitigen Beginn der Fastenzeit nichts verlauten ließ:
Darum die Frage: Kann Toleranz zur Konformität werden? Und was bedeutet es, tolerant zu sein, ohne die eigene Person, den eigenen Glauben zu verleugnen?
Fragen aus dem Publikum
Sie beschreiben ausführlich, wie sehr Ihnen die alte, tridentinische Messe gefällt. Sie erzählen aber auch, dass sie hin und wieder bei Pfarrer Rainer Schießler in der Messe sind, die so ganz anders daherkommt?
Was ist es, was Ihnen jeweils daran so gefällt, Sie anzieht, Sie berührt?
Christina Birke: T.S. Eliot hat eine Frage in seinem berühmten Werk Chöre aus „der Fels“ gestellt: „Hat die Kirche die Menschen verlassen oder die Menschen die Kirche?“ Und Sie haben in Ihrem Buch gefragt:
Wo muss sich die Kirche reformieren? Und wo muss sie unbeugsam, vielleicht sogar unerbittlich bleiben? Reformen um jeden Preis?
Stefan Reger bringt die Fragen aus dem Chat ein
Ralf Gotsches Frage nach seiner persönlichen Erfahrung usw.
Raimund Glastetter gab dem Abend mit seinem Saxophon den musikalischen Rahmen. “Auch die Musik kann ein Glaubenszeugnis sein”, sagte er am Ende. Wie wahr.
Hubert Keßler